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Erfolg spricht Englisch Maria Schmitz
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Die Notwendigkeit interkulturellen Verständnisses

          Von Patrick Schmidt

“Die Deutschen sind einfach zu besessen davon, alles perfekt zu machen. Wenn das so weitergeht, werden unsere Unternehmungen hier den Bach hinuntergehen.”

          Amerikanischer Produktionsmanager in Frankfurt


“Die Amerikaner sind sehr locker und selbstbewusst. Aber nach unserer Erfahrung sind sie hinter dieser Fassade häufig oberflächlich. Sie machen vielfach nicht das, was sie ankündigen.”

           Deutscher Ingenieur in Los Angeles


Die obigen beiden Zitate belegen eindeutig den Stress und die Frustration, die international tätige Führungskräfte häufig empfinden, wenn sie versuchen, mit einer anderen Kultur umzugehen. Jedes Land hat seinen eigenen Weg, Dinge wahrzunehmen und umzusetzen, basierend auf unbewussten Voraussetzungen, was eine Kooperation erschwert. Zu lernen, in einem neuen Umfeld zu leben, ist in den meisten Fällen ein schmerzhafter Prozess. Es gilt, ungeschriebenen Gesetze und versteckte Unterschiede zu adaptieren. Die Kommunikation scheint manchmal zusammenzubrechen, und dann passiert, es, dass etwas in den menschlichen Natur uns veranlasst, negative Gefühle gegenüber jemandem zu haben, der nicht ‚einer von uns’ ist. Voreingenommene und herablassende Bemerkungen wie die oben erwähnten sind oft die Folge.

Wie kann man interkulturelle Missverständnisse überwinden? Merkwürdigerweise ist die Basis für eine erfolgreiche Anpassung an ausländische Lebensgewohnheiten nicht so sehr das Erlernen der neuen Kultur als vielmehr ein besseres Verständnis des eigenen Hintergrundes. Dies wird offensichtlich, wenn man zum ersten Mal in ein fremdes Land kommt. Nichts ist dann verwirrender als die Erkenntnis, wie sehr die eigenen Arbeits- und Freizeitgewohnheiten, der Essensgeschmack und sogar die Weltanschauung auf Werten beruht, die man in der Kindheit erlernt hat. Nur durch das Bewusstmachen dieses eigenen ‚Kultur-Gepäcks’ ist es möglich, seine Gedankenmuster so zu überwinden, dass man am Ende ‚fremdes Verhalten’ annehmen kann.

Der Grundsatz des Buches „Die amerikanische und die deutsche Wirtschaftskultur“ ist einfach: Das Verständnis der eigenen Kultur und der eigenen ‚mentalen Software’ ist die Grundvoraussetzung, Eigenarten und Gewohnheiten anderer Leute zu verstehen. Durch die Erklärung der Psychologie und des Verhaltens von Amerikanern und Deutschen werden dem Leser deren nationale Eigenheiten bewusst gemacht. Freilich kann das Buch nicht alle Probleme lösen, die hieraus entstehen, aber es versucht, die Konflikte vorzubeugen, indem es den Hintergrund erklärt, in dem deutsche und amerikanische Firmen jeweils operieren.

Das Buch ist in sieben Kapitel unterteilt. Das erste Kapitel diskutiert das Konzept von Kultur und stellt einige theoretische Modelle von Soziologen vor, anhand derer man unterschiedliche Verhaltensweisen charakterisieren und erklären kann. Diese Modelle lassen den Leser besser verstehen, auf welche Art und Weise sich deutsche und amerikanische Firmen unterscheiden.

Die folgenden Kapitel beschreiben die Verhaltensmuster von Amerikanern und Deutschen, zunächst aus einer psychologischen Sichtweise, dann im Hinblick auf Geschäftspraktiken, Kommunikation und die jeweiligen Rechtssysteme. Schließlich stellt das Buch die Merkmale einer interkulturell kompetenten Person vor.

Hierzu wird ein vergleichender Ansatz weitestgehend zugrunde gelegt: Zum Beispiel enthält eine deutsche Präsentation viele detaillierte Hintergrundinformationen und unterscheidet sich so von der in Amerika üblichen, die kurz ist und nur wesentliche Informationen bietet. Das Vergleichen der Verhaltensweisen hat den Vorteil, den Glauben in nur ein einziges existierendes System von Werten zu erschüttern; es stellt die Überlegenheit einer Kultur über eine andere in Frage.

Obwohl jede Kultur ihre kollektiven Merkmale hat, sind ihre Mitglieder Einzelpersonen, und es gibt natürlich immer Ausnahmen von der Regel. Viele Leser mögen sagen, dass die Verallgemeinerung nationaler Eigenschaften durch den Gebrauch von Klischees und Stereotypes irreführend sein kann. Dennoch ist der Autor überzeugt, dass jede Kultur eine Einheit ist, in der alles in Beziehung zueinander steht. Eine innewohnende Logik kann durch genaue Beobachtung entdeckt werden.

Interkulturell sensibel und kompetent zu werden ähnelt sehr dem Erlernen einer fremden Sprache: Es bedarf der Übung und kontinuierlicher intellektueller Anstrengungen. Aber es bietet unerwartete und erfreuliche Belohnungen. Durch das Verständnis der manchmal geheimnisvollen Codes einer anderen Kultur und ihre Einwirkungen auf das Verhalten lernt man mehr über sich selbst. Dies ist letztlich das, was interkulturelles Lernen so attraktiv macht. Wenn dieses Buch den Leser ermutigt, kulturelle Unterschiede wahrzunehmen und die Hintergründe von (typischem) Verhalten zu analysieren, hat es sein Ziel erreicht.